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Erinnerungen an Neustadt/Holstein

 

Die Kinder der "U-Schule"
1946 bis in die 1960er Jahre

Die Kinder auf dem Bild sind v.l.: Heinz Gast , Bärbel Nipp (Kuchel) , Ingrid Steffen, Heike Gast und Peter Steffen.

Text und Bild: Helmut Werner

Von Hans-Jürgen Weßlin

Am Waschtag war der Flakturm mein Aussichtsturm

Waschtag auf der U-Schule war für meine Mutter und sicher auch für die anderen Frauen Schwerstarbeit, besonders wenn die Wäsche nicht draussen aufgehängt werden konnte, sondern auf dem Spitzboden.Wir wohnten im ersten Stock und wenn grosse Wäsche (Kochwäsche) anstand, musste meine Mutter mit der Wäsche in den Keller (ich habe den Keller gehasst und bin nie alleine dort runter gegangen, war mir einfach zu gruselig), wo es einen Waschraum gab, mit grossen Kesseln, die erst mal mit Holz und Briketts auf Temperatur gebracht werden mussten, die Wäsche wurde auf einem Waschbrett mit Kernseife und einer Wurzelbürste solange bearbeitet bis sie sauber und weiß war, dabei war die Wäsche recht „warm", weil dieser Vorgang ja meistens direkt an den Waschkesseln durchgeführt wurde, ich erinnere mich, dass die Hände meiner Mutter immer krebsrot waren.
Nach dem Auswringen der Wäsche (eine Mangel hatten wir nicht) ging es dann bei schlechtem Wetter auf den Spitzboden, vom Keller bis auf den Boden waren vier Geschosse zu überwinden und das mit der nassschweren Wäsche.
Ich habe meiner Mutter so gut es ging geholfen, aber viel war es wohl nicht, ich war ja auch noch zu klein, aber auf den Spitzboden freute ich mich immer, denn von dort konnte man auf den Flakturm gelangen, dass war für mich immer der absolute Höhepunkt, man konnte von dort die gesamte U-Schule überblicken und die Neustädter Bucht. Manchmal kletterte ich auf die Brüstung, um noch besser sehen zu können, sie war zwar sehr breit, aber was für ein Leichtsinn, meine Mutter bekam jedes mal Schnappatmung, wenn ich mich trotz Verbots auf die Brüstung wagte. Ich kann mich noch sehr gut an die Eisenplatte erinnern, die das Loch für die Lafette abdeckte und an die Aussparungen in der Brüstung, die mal die Munitionskästen enthielten.
Dieser Flakturm war auch beliebt und oft besucht von Liebespärchen, - war ja auch toll die Aussicht da oben. 


Hier haben wir an der Küche-Nord Fußball gespielt.

Text und Bild: Helmut Werner

Von Vello Timbers

Hallo liebe U-Schulkinder.
Wer kann sich noch an solches Care Paket erinnern. Einige von solchen Paketen wurden in den 50er Jahren an Bewohner der U-Schule verteilt. Nicht alle kamen in den Genuss der Pakete da die Verteilung über einen gewissen Janis D. lief. Da wurde schon mal willkürlich bestimmt wer eins bekam und wer nicht. Da hatte auch das IMCA seine Hände mit im Spiel. Was das für eine Organisation war weiss ich nicht mehr. Sehr oft waren Pakete schon geöffnet gewesen und es fehlten die begehrtesten Artikel. Wer da wohl wieder dahintersteckte war nicht schwer zu erraten. Nach vielen Protesten erfolgte die Verteilung der Care Paketen dann über die Lagerleitung, ich glaube der hieß Kraft oder Kreft. Nun auf einmal verlief die Verteilung reibungslos und die Pakete waren unversehrt. Mir fiel das gerade ein weil wir damals auch ein Paket kurz vor Weihnachten bekamen und da alle Zutaten für einen Kuchen drin waren. Den hat meine Mutter dann auch gebacken mit ganz vielen Rosinen drin. Das werde ich wohl nie vergessen.

Von Vello Timbers

Flaggenparade in der U-Schule. Nur interessant für die U-Schul Kinder.!!!

Bei uns in der U- Schule Block Süd  wohnte Oskar M. Genannt Leuchtturmbauer oder noch bekannter als Kapitän. Er war aber nur Schiffsmaschinist. Wenn er mal wieder einen über den Durst getrunken hatte zog er sein altes Jackett der mit etlichen Kriegsorden und Medaillen  dekoriert  war an und marschierte Richtung zum Lebensmittelladen von Trautmanis. Wir Kinder wussten jetzt macht der Kapitän wieder Flaggenparade. Es war nichts anderes als das Flaggen ABC das er perfekt beherschte. Ein Arm hoch, runter, zur Seite usw. Los gings im Gänsemarsch  ganz vorne Oskar,dahinter die ganzen Kinder die Versuchten die Flaggensignale vom Kapitän nachzumachen,gelang natürlich nicht weil wir Kinder immer mit den Armen durcheinander kamen aber es war lustig und war ein Heidenspass. Rosenbuschstr, Dornbuschstr und Wieksbergstrasse rauf und runter. Dazwischen nahm Oskar immer wieder einen Schluck aus der Tarragonaflasche. Am Schluss wieder bei Trautmanis angekommen war Oskar so betrunken das er nicht mehr stehen konnte und auf die Nase fiel. Nun kommt der Diplom Agronom ins Spiel. Davon beim nächsten Mal oder Fortsetzung folgt.


Ich war damals so ein Wildfang und hatte in der U-Schule mehrere Brüche. Als mal der rechte gebrochen war hab ich gelernt mit der linken Hand zu schreiben. Sonst durften wir das nicht, jedenfalls bei meiner damaligen Lehrerin Frau Schreiber. Bei diesem Bruch war ein Wäschepfahl im Wege als ich mit einem alten Kinderwagengestell den Wieksberg runter fuhr. Da war ein Rad von der Achse gesprungen. Ist bis zur Portmann Baracke gerollt. :-)

Text und Bild: Vello Timbers


Von Jens-Peter Weßlin

  Panik im Hühnerstall, meine Geschichte.

Es muss wohl so im Spätsommer 59/60 gewesen sein da ereignete sich im Hühnerstall von Szimszak ein Drama, aus irgendwelchen Gründen, heute auch nicht mehr nachvollziehbar, gelang ein Jagdhund, der sich schon einige Tage in der Gegend rumtrieb, in Szimszak's Hühnerstall und hatte da im erheblichen Maße für Aufregung gesorgt, ich habe da einen Verdacht wie der Hund in den Stall kam, aber ich behalte es besser für mich, es herrschte auf jeden Fall die totale Panik in dem Hühnerstall und es kam wie es kommen mußte er schnappte sich ein Huhn und fing sofort an es zu verspeisen, der Hund war total ausgehungert. Durch das Gezeter und Geschrei im Hühnerstall wurden alle die es hörten aufmerksam und da fing das Theater erst richtig an, alles rannte zum Hühnerstall, der Hund schnappte sich sein Huhn und versuchte sich aus dem Staub zu machen und die ganze Meute hinterher die beiden Szimszak Söhne, Butzel und Dzichu, stellten den Hund und drängten ihn in eine Ecke damit er nicht wieder entwischen konnte.
Nun trat der Patron Szimszak auf den Plan schnappte sich den Hund, der immer noch das Huhn in der Schnauze hatte, und drückte die Schnauze des Hundes immer wieder mit aller Kraft auf das Huhn, der arme Hund winselte und Jaulte unerträglich,

 es geht mir heut noch durch Mark und Bein wenn ich daran denke. Ich weiß nicht mehr wie lange die Tortur dauerte auf jeden Fall hätte Szimszak den Hund umgebracht wenn nicht ein groß gewachsener Herr, der kam nicht von der U-Schule, dazwischen gegangen wäre und den Hund als den seinen ausgab den er schon mehrere Tage suchte, da ging das Palaver erst richtig los, Szimszak ereiferte sich dermaßen das man, im Nachhinein denken kann, er und seine Familie Verhungern wegen dem einen Huhn.
Der Herr zückte sein Portemonaie und bezahlte Szimszak den entstandenen Schaden nahm seinen Hund und zog von dannen.
Ob nun die Namen alle richtig geschrieben sind weiß ich nicht, aber wer die Bande kannte weiß auch so um wen es ging.














Bilder:  Vello Timbers


Flüchtlingsbaracken auf der U-Schule.    Bild: Birgitt Wienberg


 Juli 1949 in der U-Schule. Ganz oben die Wieksberg Häuser, darunter Flüchtlingsbaracken. Text und Foto: Vello Timbers






Der Bunker auf dem Wieksberg ca.1956. Ein Stückchen weiter rechts steht jetzt der Tauchtopf der Bundesmarine.

Text und Bild: Vello Timbers

1956, Wohnzimmeridyll auf der U-Schule - aus einem Wohnraum wurden da mal so nebenbei drei plus Küche gemacht, hier das "Wohnzimmer", da wurden sogar die "Teppiche" an die Wand gehängt und da wurde dann auch mal die Küche vom Hausherrn zur Werkstatt umgestaltet, um die beiden Wandlampen aus den Decksplanken der "Cap Arcona" zu fertigen und das alles in reiner Handarbeit. Ich sehe heute noch den Raum genau vor mir, in dem ich auch geboren wurde und etwas Melancholie steigt in mir auf, ich erinnere mich sehr gerne an die "U-Schulzeit" zurück und an eine relativ unbeschwerte Kindheit.

Text und Foto: Hans-Jürgen Weßlin


Ich habe nicht mehr so viel im Gedächtnis, ich weiß aber, dass wir oft Völkerball gespielt haben. Abends um 19 Uhr war für Jutta und mich aber auch Schlafen angesagt, auch im Sommer wenn es noch hell war, wir hörten dann aber noch die Stimmen der spielenden Kinder vor unserem Schlafzimmer, war nicht so nett von unseren Eltern. Aber Diskussionen gab es nicht.

Text: Heidi Wehrmacher














U-Schule 1953

Bild: Lilli Piechotta

Lilli Piechotta: Wer erinnert sich  daran, dass es in der U-Schule  damals auch eine  "Theater -AG"  gab? Leiter war Klaus Rose ( Dekorateur bei Fink& Nehls).  Wir haben in der Aula (oder Turnhalle) der Volksschule Märchen  aufgeführt.  Unsere kleine  GAGE  haben wir dann bei  Portmann  in Süßigkeiten eingetauscht.






Die Aula (oder früher Turnhalle) 2011

Von Hans-Jürgen Weßlin

Freizeit auf der U-Schule
Teil 1
 

Langeweile? - kannten ich nicht! - Verbote? - gab es nur wenige!

Mein "Spielplatz" umfasste das gesamte Areal der U-Schule und darüber hinaus bis an den Holm (eher seltner), den Bereich um den Güterbahnhof und den Hafen (im Bereich der Glücksklee und dem jetzigen Marinebereich)
Wenn das Wetter es zuließ war ich draußen, egal zu welcher Jahreszeit, war das Wetter zu schlecht spielte ich im Block auf den Fluren.
Gemeinsame Spiele wurden meistens auf den Rasenflächen zwischen den Blocks gespielt - wie schon mal erwähnt waren das u.a. „Völkerball", "Fischer, Fischer wie hoch ist das Wasser", "Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann" und „Schlagball", „Der Plumpsack geiht um“ oder „Taler, Taler du mußt wandern - Fußball wurde gar nicht gespielt. Erinnern kann ich mich auch an Galgenmännchen, Mumelspiele (später Glaser) und Messerpickern. Mädchen und Jungen haben meistens zusammen gespielt.
Das stromern durch die U-Schule machten eigentlich nur wir Jungs, für die Mädchen war es wohl nicht interessant genug, leer stehende
Baracken, gesprengt Bunker, Luftschutzkeller oder Spitzböden zu inspizieren, um nach Altmetall zu suchen, welches dann beim Schrotthändler in bare Münze eingetauscht wurde, um sich Eis, Kuchen oder andere Naschereien zu kaufen, an denen die Mädchen dann auch gerne wieder teilnahmen und auch durften.

Zum Molchefangen waren die Mädchen auch nicht bereit. Ich war des öfteren an „Keichel´s Molchteich“ und kann mich erinnern das ich dort oft auf einen älteren Jungen getroffen bin, aber ob das Vello war, dass weiß ich nicht mehr - wäre aber durchaus möglich.
Das Jagen von Ratten war auch eher eine Domäne von uns Jungen und Ratten gab es reichlich.

Sommer war Strandzeit
Im Sommer ging es runter zum Strand "Lido“ genannt, der Bereich wo heute der Hafen der Bundespolizei ist. Der Weg dorthin führte mich an den Blocks 1-7 vorbei und in einem geschwungenen Trampelpfad durch eine Wiese. Man kam an einigen "Kleingärten“ vorbei, an einem Faulturm mit anschließender "Sickergrube", die wir „Moor" nannten, etwas weiter rechts davon war dann auch noch eine Müllkippe. Das Wasser war nicht immer einladend, weil die am Holm liegende Papierfabrik Abwässer einleitete, der Uferbereich war morastig und roch häufig unangenehm. Das gegenüber liegende Ufer, wo heute die "Ancora" ist, nannten wir "Blauer Abel“, sollte wohl aber "Bauer Abel" heiße oder vielleicht auch nicht, mir ist "Blauer Abel" im Gedächtnis geblieben, die Größeren und des Schwimmens mächtig, sind häufig da rüber geschwommen.

-Fortsetzung folgt-





Unser Molchteich. (Keichel) ein kleines Stück davon, und zugefroren.  Bild unten: Noch ein Stück vom Teich, mit Janis Petersons.

Bilder und Text: Vello Timbers









Vello Timbers:  Dieser Laden (X) war so eine Art Tante Emma Laden. Lose Hülsenfrüchte, Mehl, Zucker, Bohnenkaffee usw. Aufschnitt wurde meistens achtelweise gekauft. 1/8 Jagdwurst, usw.. Ausserdem Kunsthonig, Zuckerrüben Sirup. (Krüger,s Geheimzutat für Tarragona. „grin“-Emoticon  Muckefuck (Ersatzkaffee Lindes und Schipka war verpackt.) Die Verkäuferin war eine Frau Stahls und wohnte bei uns im Haus. (Rosenbuschstrasse5)

Wolf-Henning Lopens: Man konnte wenn man kein Geld hatte auch mit einem Heft bis zum Ende des Monats einkaufen.


Anfang der fünfziger Jahre: Gebäude der Landesberufsschule für Töpfer und Ofensetzer auf dem Wieksberg. Die Schule wurde am 18. Mai 1951 eingerichtet, später wurde noch ein zweites Kasernengebäude für die Landesberufsschule der Schornsteinfeger und für andere Berufsschulklassen genutzt. Im März 1960 wurde das neue Berufsschulgebäude im Lienaupark in Nutzung genommen.

Text und Bild: Hartmut Masurek






Mein Revier, Vorderwiek 1, dahinter die"Töpferschule, Aufnahme 1959

Text und Bild:

Hans-Jürgen Weßlin





Bild: Thomas Schwarz

Von Hans-Jürgen Weßlin

Freizeit auf der U-Schule
Teil 2

Der Sommer und die Teerstraße

Die Straße zwischen der heutigen „Wache“ und Vorderwiek 1, war meine Spielstraße. Autos fuhren extrem selten, höchstens mal ein Pferdefuhrwerk, dass aber auch nur an bestimmten Tagen und zwar dann, wenn die „Müllkästen" geleert wurden. Bevor die U-Schule mit Mülltonnen versorgt wurde gab es an zentralen Punkten die erwähnten „Müllkästen“, die in einem bestimmten Rhythmus geleert wurden und zwar mit einer Forke und einer Schaufel, dabei stoben die darin hausenden Ratten dann in alle Himmelsrichtungen über die Strasse .
Es gab Sommer, die so warm waren, dass der Teer auf der Straße schmolz, was ich natürlich zum Anlass nahm, mir den Teer von der Straße zu pulen, um damit irgendwelche Figuren zu formen, oder sonstigen Blödsinn damit anzustellen. Abends war das Geschrei dann groß, wenn meine Mutter mir im Waschraum mit kaltem Wasser (warmes Wasser gab es nicht, nur wenn man es auf dem Kohleherd in der Wohnung vorher zubereitete, wir wuschen uns fast ausschliesslich mit kaltem Wasser) und einer Bürste versuchte den Teer von, Händen, Armen und Beinen abzuwaschen - Strafe musste sein, ich wusste ja das Teer schwer zu entfernen war - manchmal hatte sie aber auch Erbarmen und nahm Margarine um den Teer abzulösen (danke Mutsch). Ich wußte was mir blühte, aber ich habe es immer wieder getan.

-Fortsetzung folgt-




Wer von den U-Schulkindern weiss vor welchem Gebäude das Foto gemacht wurde? Darauf zu sehen sind: Anke Blöcker, Erika Bachmann, Bernhard Bruse, Vello Timbers und Manfred Bachmann. (Ulitz)

Bild und Text: Vello Timbers




 1. Mittelschule -- 2. Volksschule -- 3. Portmann´s Laden -- 4. Lager (Giftmüll?)


Offizier-Heim der Marine. 1959 wurde die Schiffssicherungslehrgruppe der Marine in Neustadt in Holstein aufgestellt.

Bild: Thomas Schwarz


Aufnahme März 1950 -  Bis 1959 Wohnheim für Kriegsinvaliden. Foto: Lilli Piechotta

Von Vello Timbers  

 Maikäferplage in der U-Schule.

 Irgend wann in den 50er Jahren gab es Unmengen von Maikäfern die die Ahornbäume in der Wieksbergstrasse kahl frassen. Die lagen in Massen auf der Strasse und viele wurden zertreten weil man gar nicht ausweichen konnte. Einige Kinder hatten die glorreiche Idee Käfer aufzusammeln und mit in den Unterricht zu nehmen. Den Lehrern gefiel das natürlich nicht. Ein kleiner Junge hatte mal einen ganzen Schuhkarton voll damit in die Klasse genommen und die Maikäfer freigelassen. Die Lehrerin kam rein während überall auf Tischen, Bänken und Fussboden die Käfer krabbelten und die ganze Klasse sang im Chor:,, Maikäfer fliege,dein Vater ist im Kriege, die Mutter ist im Pommernland, Pommernland ist abgebrannt,usw. Natürlich wusste die Lehrerin wer der Übeltäter war und es setzte eine Strafarbeit und zwei Ohrfeigen. Wer der Junge war, der das ausgeheckt hatte verrate ich nicht. :-) :-)


Lilli Piechotta: da oben in einer kleinen Wohnbaracke (O) wohnte Frau Helene Spee. Sie war aus Memeln, Analphabetin..... Ich habe ihr beigebracht wenigstens ihren Namen zu schreiben. Das war richtig lustig damals. Ihr Freund war ein Lette, Arnolds Greisis. (was einem alles so einfällt nach all den Jahren)

Hans-Jürgen Weßlin: Ich erinnere mich das ich häufiger mit meiner Mutter dort in einer der Baracken war - meine Mutter wurde öfter gefragt ob sie etwas übersetzen konnte - sie sprach fliessend polnisch und russisch, bei wem sie alles war weiss ich nicht kann mich nur an einen Wietek erinnern, der öfter Übersetzungen benötigte.

Lilli Piechotta war das der Wietek,der beide Beine abhatte und Prothesen trug ?

Hans-Jürgen Weßlin: es gab so viele Kriegsversehrte auf der U-Schule und auch Beinamputierte, dass ich sie gar nicht mehr alle auseinander halten kann




Von Hans-Jürgen Weßlin

Eine Anekdote aus meiner Kindheit:

Das Pausenbrot und die erschreckende Erkenntnis, dass Lehrer nicht immer Recht haben.

Es war im Jahre 1959 oder 60, meine Mutter schickte mich zur Schule, ohne mir Pausenbrot mitgeben zu können, weil keines mehr im Hause war und sie erst etwas besorgen musste. Sie sagte mir, dass mein Bruder es mir in der Schulpause nachbringen würde.
Die Pause war zu Ende und wir hatten uns schon alle aufgestellt (war damals so), um in die Schule "einzurücken". Mein Bruder trat verschüchtert an mich ran, um mir zu sagen, dass er so einen riesigen Hunger hatte und mein Brot aufgegessen habe. Ich hatte aber auch sehr grossen Hunger, mir tat schon der Magen weh und ich fing an zu weinen.
In der Klasse weinte ich weiter vor Hunger und der Klassenlehrer fragte nach dem Warum, ich erklärte es ihm, er sagte mir, dass ich nach der Stunde zu ihm kommen solle.
Die Schulglocke läutete zur Pause und ich ging zu meinem Lehrer, der sein Pausenbrot auspackte - ich glaubte er wolle mir etwas davon geben, aber dem war nicht so, er schaute sich den Belag an, um dann feststellend zu vermerken "Hans-Jürgen, das magst Du eh nicht!" - Mein Lehrer hatte Unrecht, ich hätte alles gegessen, aber seit diesem Ereignis war mein Grundvertrauen gegenüber Lehrern dahin.

Foto ist von 1955. Schulhof der Wieksbergschule. Text + Bild: Vello Timbers

  Rosenbuschstraße Winter 1956 - Bild: Irina Koppetsch

Paul Hermann (rechts) 1959 - Bild: Lilli Piechotta


 Hans-Jürgen Weßlin: Paul Hermann war Gastwirt, die Kneipe die er bewirtete war in einer Baracke in der Dornbuschstraße - jedenfalls war ich gelegentlich mit meinem Vater in der Kneipe.

Vello Timbers : Getränke gab es sehr reichlich in der U-Schule. Da war noch Conny Bax und Bruno Portmann.Der hatte sogar eine Getränkeabfüllanlage.

( Porli und Afri Cola.)

PORLI  =  Portmann-Limonade

U-Schule 1953 Vorderwiek 8  Rückseite - Bild: Lilli Piechotta

 Vorderwiek 7 - 1957 Bild: Lilli Piechotta










Volkstrauertag ! Die 4 Fotos vom November 1956 zeigen Bewohner des DP-Lagers (Displaced-Persons) aus den Ländern Lettland, Litauen, Estland, Polen, Serbien, Ukraine auf dem Weg von der U-Schule - Brücke - Am Markt (Treffen am Rathaus) zum Ehrenmal am Heisterbusch, um dort zum Gedenken der Gefallenen Kränze niederzulegen. Text und Bild: Lilli Piechotta





Lilli Piechotta: Kann sich denn jemand daran erinnern, dass  so etwa 1956 ein kleiner Junge sich am Strand durch Glasscherben fast den einen großen Zeh abgeschnitten hat?  Schnell zu Dr.  GLÜCK  gebracht wurde und ohne Betäubung genäht wurde ?

Oma aus Amerika zu Besuch auf der U-Schule 1957 -- Text und Bild: Jens-Peter Weßlin


Vorderwiek 1 unser Zuhause war, Aufnahme 1956 -- Text und Bild: Hans-Jürgen Weßlin



 Wieksbergschule 1958 Text und Bild: Birgitt Wienberg




 Kinderwagen in zwei Versionen, natürlich vorgeführt auf der U-Schule, einmal die "Limousine" mit verchromten "KotFlügeln" und "Seitenaufprallschutz" und dann die "Cabrioversion", Aufnahmen Ende der 50erFoto und Text: Hans-Jürgen Weßlin









1956 U-Schule , Vorderwiek 8 , Besuch aus Schweden -- Foto: Lilli Piechotta‎






 









 

1961 U-Schule Text und Bild: Gisela Radlow-Adam

 Unsere Spielwiese auf der U-Schule im Hintergrund die Häuser "Auf dem Wieksberg", etwa 1961 -- Text und Foto: Hans-Jürgen Weßlin